Stiefeletten GINO ROSSI Donata DTH599-Y99-0014-5300-F 55 65c01a

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Petra Stamer-Brandt
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Auch das Gefühl der Wut gehört zu unserem Leben und „überfällt“ uns von Zeit zu Zeit und in der Regel ungewollt. Im Laufe unseres Lebens müssen wir lernen, mit diesem Gefühl umzugehen und es in Bahnen zu lenken, die sozial verträglich sind. Sie können lesen, wie Wut entsteht, warum dieses Gefühl zu unserem Leben gehört und wie Sie Ihrem Kind helfen können, mit seiner Wut sozial verträglich umzugehen.

Was Wut ist

Wut ist ein facettenreiches Gefühl, das sich durch stilles “Vorsichhinweinen” , lautes Schimpfen ebenso zeigen kann, wie durch einen tätlichen Angriff, bis hin zum Totschlag. Trotzdem gehört das Gefühl der Wut genauso zu unserem Leben gehört wie Angst, Freude, Glück und Schmerz. Wut gehört nicht nur zum Kinderleben, auch Erwachsene kennen das Gefühl der Wut haben es aber (hoffentlich!!!) gelernt, angemessen (sozial akzeptabel) mit diesem Gefühl umzugehen.

Sozial akzeptabel verhält sich Lisa, die von ihrer großen Schwester ständig gepiesackt wird. Sie verlässt das gemeinsame Kinderzimmer und verkündet der Schwester, keine Lust mehr auf Streitereien zu haben. Andre hingegen lässt seiner Wut freien Lauf und prügelt auf den großen Bruder ein.

Wut gehört zu unserer emotionalen Grundausstattung. Sie kann auch Alarmzeichen sein. Sie macht uns darauf aufmerksam, dass da etwas nicht stimmt, sich jemand nicht richtig verhält, ein Mitmensch unehrlich ist, andere ausnutzt, zu hohe, ungerechtfertigte Anforderungen stellt oder dort sanktioniert, wo Sanktion nicht angebracht ist. Wut kann auch ein Signal für eine Störung sein. Wenn Leo auf jeden abgeschlagenen Wunsch mit einem Wutausbruch reagiert, sollten seine Eltern das als Alarmzeichen betrachten und sich Hilfe suchen. Wutausbrüche sind durchaus auch erlaubt. Jeder Mensch hat ein Recht auf seine Gefühlsäußerungen, auch auf seine Wut. Wird sie unterdrückt, kann es passieren, dass sie sich später umso kraftvoller entlädt. Kinder lernen im Laufe ihres Lebens schrittweise mit ihrer Wut umzugehen, sie zu kanalisieren, um weder andere Menschen zu schädigen, noch Sachen zu zerstören.

Für Erwachsene können kindliche Wutausbrüche durchaus auch ein Signal für erhöhte Aufmerksamkeit sein. Wollen die Wutausbrüche nicht enden oder schlägt sie in verletzende Aggression um, sollte Ursachenforschung betrieben und Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Produktinformationen

Dies ist das neue Angebot von der Marke Gino Rossi. Der Schuhschaft schützt vor der Kälte, der ist aus Naturleder - Nubuk, Textil - Filz. Der Absatz in diesem Modell hat eine Höhe von 4 cm. Das Innenfutter ist aus gefüttert, Vlies. Im Schuh befindet sich die Einlage: Filz, gefüttert. Die bequeme Einlage ist aus Kunststoff. Ideal für kältere Tage.

Wut hat viele Ursachen

Trotz, Zorn und Wut sind verwandte Gefühle. Sie treten häufig als Reaktion auf ähnliche Situationen auf, in der Regel als Reaktion auf ein Frustrationserlebnis. Das kleine Kind wird gezwungen etwas zu tun, was es nicht möchte. Eltern erfüllen die Wünsche des Kindes nicht, das eigene Missgeschick verursacht einen Wutausbruch, aber auch eine Ablehnung, ein Verweis, eine Bestrafung oder ein Mangel an Beachtung. Die häufigsten Ursachen für Wutausbrüche sind:

Autonomiestreben

Bei Kindern zwischen etwa zweieinhalb bis drei Jahren kann der Wutausbruch ein Versuch sein, mehr Autonomie zu erlangen. Das Kind probiert Verhaltensweisen aus, die dabei helfen, den eigenen Willen durchzusetzen. Es muss und will ausprobieren, mit welchen Mitteln es sich am besten durchsetzen kann und probiert es mit Wüten, Schreien, mit den Füßen stampfen und Fluchen. Im Laufe der Entwicklung werden die Wutausbrüche weniger und vor allen Dingen weniger heftig.

Überforderung

Hendrik soll immer und überall der Beste sein. Er geht in den Fußballverein und seine ehrgeizigen Eltern feuern ihn bei jedem Spiel zu Höchstleistungen an. Er besucht die Musikschule und übt jeden Tag das Spiel auf der Flöte. Hendriks Eltern reagieren offen mit Enttäuschung, wenn Hendrik Weihnachten nicht die Hauptrolle im Krippenspiel bekommt und bei strahlendem Sonnenschein das Spiel am PC vorzieht. Kein Wunder, dass er auf die überzogenen Erwartungen der Eltern bald mit Wutausbrüchen reagiert.

Lisas Eltern meinen es besonders gut. Ihr Demokratieverständnis bewirkt, dass Lisa (5 Jahre alt) an allen Entscheidungen beteiligt wird. Lisa kann morgens kaum essen, weil sie sich nicht entscheiden kann, ob es Müsli, Marmeladenbrötchen, Cornflakes, Obstsalat oder Spiegelei geben soll. Nach dem Kindergarten geht sie mit der Mama einkaufen und leistet Kaufberatung. So geht es den ganzen Tag weiter. Lisa ist sichtlich überfordert und reagiert mit Wutausbrüchen.

Bewegungsmangel

Viele Kinder wachsen heute in verkehrsfreundlicher Umgebung auf. Platz zum Spielen haben sie oft weder im Kinderzimmer, noch auf der Straße. Kleine Kinder müssen mit den Eltern auf den Spielplatz gehen. Rasenflächen in Parks dürfen häufig nicht betreten werden oder sind von Hunden verunreinigt. Auch das Spiel am PC oder der ausdauernde Fernsehkonsum lassen Kinder zu Stubenhockern werden. Kinder brauchen aber Gelegenheiten, um sich auszutoben. Sie müssen Situationen erleben, in denen sie ihre Stärken kennen lernen und ihre Kräfte messen können. Dafür ist das Spiel im Freien und mit vielen anderen Kindern wichtig.

Reizüberflutung

Auf unsere Kinder stürmen heute viele Reize ein. Sie werden mit Werbung und Fernsehfilmen überflutet. Erhalten über Medien Informationen, die nicht altersgemäß sind und sie überfordern, werden von ihren Eltern in Kaufentscheidungen einbezogen, die zu treffen sie noch gar nicht in der Lage sind und werden mit vielen Problemen und Entscheidungen schon früh allein gelassen. Eine unübersehbare Flut von Fernsehsendungen steht den Kindern zur Auswahl. Die Kinderzimmer quellen auch in benachteiligten Familien über vor Spielzeug. Das Warenangebot in den Kaufhäusern und Supermärkten ist unübersichtlich und für ein Kind kaum zu bewältigen.

Mangelndes Selbstwertgefühl

Linda traut sich nichts zu. Sie erlebt immer wieder Situationen, in denen sie Misserfolge erlebt. Ihre Eltern sind sehr fürsorglich und auch ein bisschen ängstlich. Sie ermuntern Linda nicht gerade dazu, etwas auszuprobieren und vermitteln ihr das Gefühl, keine Fehler machen zu dürfen. Linda darf nicht auf den Baum klettern, sie könnte ja runter fallen. Zur Bushaltestelle wird Linda von ihrer Mutter gebracht, die ist sicher, dass Linda den weg noch lange nicht allein beherrscht. Ein Fahrrad, wie alle Klassenkameraden es schon haben, bekommt Linda nicht. Der Papa meint, Linda sei dafür noch nicht groß genug. Sie hört sehr oft Sätze wie: “Lass das Linda, das kannst du nicht!” oder “Dafür bist du noch nicht alt genug!” “Du könntest dich verletzen!” “Das kannst du sowieso nicht!” Irgendwann wird Linda das alles zu viel. Sie rastet aus.

Falsche Rollenerwartungen

Lukas Vater hat sich schon immer einen kernigen, sportlichen Sohn gewünscht. Dass Lukas eher über künstlerische Begabungen verfügt, sensibel ist und Gefühle zeigt, empfindet der Vater nicht als Bereicherung, sondern als Mangel. Lukas soll sich zu einem “echten Mannsbild” entwickeln. Er soll Fußball spielen, sich mit seinen Klassenkameraden fetzen und kein “Weichei” sein. Lukas bemüht sich, dem Bild des Vaters zu entsprechen. Das geht allerdings nicht lange gut. Stärke zeigt Lukas im Umgang mit kleinen Kindern, die er prügelt und an denen er seine Wut auslässt und die vermeintlich gewünschten Verhaltensweisen zeigt.

Frustration

Nele spürt, dass ihre Mutter überlastet ist. Sie möchte ihr helfen und packt, wo immer es geht, im Haushalt mit an. Sie putzt das Waschbecken im Bad, die Mama bemerkt es nicht einmal. Nele räumt die Geschirrspülmaschine aus, ihre Mutter beschwert sich, dass einige Teller an der falschen Stelle stehen. Nachdem Nele den Fußboden gesaugt hat, holt die Mutter den Staubsauger, um das Werk in den Ecken nachzubessern. Nach ein paar ähnlichen Situationen gerät Nele in Wut: “Nichts kann ich dir recht machen, mach doch deinen Mist alleine”, ruft Nele schmeißt die Putzutensilien auf den Boden und verschwindet. Diese ständigen Misserfolgserlebnisse hält sie nicht mehr aus.

Medienvorbilder

Insbesondere die Medien gaukeln unseren Kindern ein Rollenvorbild vor, das kaum nachgeahmt werden kann. Die Kinder sind komplett durchgestylt, bekommen alle Wünsche erfüllt und werden wie kleine Prinzen und Prinzessinnen behandelt. Mädchen sind vorwiegend hübsch und sehr schlank, während Jungen immer noch suggeriert wird, dass sie stark und sportlich sein müssen. Gewalt wird als legitimes Mittel der Auseinandersetzung vorgeführt und wer häufig Comics schaut erlebt, dass ein Schlag auf den Kopf keine Wirkungen zeigt. Der Geschlagene steht ohne Blessuren wieder auf und die Prügelei geht fröhlich in die nächste Runde.

Wer an seine medialen Rollenvorbilder nicht heranreicht und immer wieder erlebt, dass die Chance so wie die Fernsehhelden zu werden sehr gering ist, kann leicht in Wut geraten.

Wie Wut entsteht

Über die Entstehung von Wut gibt es unterschiedliche Theorien:

  1. S. Freud geht davon aus, dass Gefühle wie Aggression und Wut Trieb- oder Instinktäußerungen sind.
  2. J. Dollard beschreibt sie als Reaktion auf ein Frustrationserlebnis, die entsteht, wenn die Bedürfnisbefriedigung ständig verhindert wird.
  3. A. Bandura geht davon aus, dass es sich bei dieser Verhaltensweise um einen Lernprozess handelt (Nachahmung elterlichen Verhaltens, Reaktion auf Filmszenen …).

Wut ist, welcher Theorie auch immer man anhängt, auf jeden Fall eine Reaktion auf eine unangenehme Wahrnehmung. Wer angemessen auf einen Wutausbruch reagieren möchte, sollte deswegen nicht spontan reagieren, sondern klären, welche Wahrnehmung dem Ausbruch zu Grunde liegt.

Was ist zu tun?

Zunächst einmal ist es wichtig, die Ursachen für den Wutausbruch zu erforschen. Geht es um eine natürliche Reaktion, die auf einer Enttäuschung beruht, ist es die Reaktion auf einen Angriff oder erprobt das Kind im Rahmen seiner Autonomieentwicklung seine eigene Durchsetzungsfähigkeit? In diesen Fällen sollten Sie die Ruhe bewahren und einen langen, geduldigen Atem haben. Vielleicht ist Ihr Kind auch unsicher und fühlt sich in einer größeren Gruppe nicht wohl und reagiert deswegen mit Wutausbrüchen.

Kinder brauchen Freiheit und Herausforderungen

Kinder entwickeln sich am besten, wenn sie dafür einen Rahmen haben, der ihnen einerseits ein hohes Maß an Freiheit gewährt, andererseits auch Regeln und Grenzen aufzeigt. Ihr Kind möchte einen Rahmen haben, in dem es sich unbeobachtet ausprobieren kann. Es möchte nicht ständig gegängelt werden und Vorschriften bekommen. Erwachsenenfreie Zonen sind, in einem dem Alter angemessenem Rahmen, für die Weiterentwicklung der Kinder unabdingbar. Kinder erobern sich ihre Welt Schritt für Schritt selbständig. Gesunde und selbstbewusste Kinder lernen schnell ihre Grenzen kennen und akzeptieren. Sie gehen kleine Schritte und haben ein gutes Gespür für sich selbst. Unterforderung und Mangel an echten Herausforderungen sind für Kinder unserer Zeit ebenso ein Problem, wie Reizüberflutung und Überforderung. Eltern haben in der Regel auch ein gutes Gespür für ihre Kinder. Dem sollten Sie ruhig folgen und darauf achten, dass zwischen Ruhe und Herausforderung eine Balance hergestellt wird. Wenn Sie Ihr Kind genau beobachten, erkennen Sie, wann Ihr Kind Anregung braucht und wann Entspannung angesagt ist.

Literatur

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Autorin

Petra Stamer-Brandt ist Mutter von vier Kindern, Pädagogin und Fachjournalistin. Sie ist ausgebildete pädagogische Organisationsberaterin, Coach (Advanced Studies Universität Kiel) und hat zahlreiche Fachbücher und Elternratgeber geschrieben.

Erstellt am 13. Dezember 2013

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